Frühlingsmüdigkeit

Frühlingsmüdigkeit

Das Zusammenspiel zwischen Sonnenlicht, Hormonen und Schlafrhythmen ist entscheidend für die Entstehung des Gefühls der Schlappheit und Müdigkeit in den Monaten zu Beginn des Jahres. Die Frühlingsmüdigkeit ist ein bekanntes Phänomen und ist wissenschaftlich erklärbar.

Die Vögel zwitschern freudig, die Tage werden wärmer, es liegt deutlich der Frühling in der Luft. Und doch verspüren viele Menschen die sogenannte Frühlingsmüdigkeit. Das Aufstehen erscheint erschwert und tagsüber muss man sich das Gähnen verkneifen.

Wie Licht unsere physiologischen Funktionen beeinflusst

Sonne

Bild: pexels.com/Maggie Zhan

Die Frühlingsmüdigkeit ist mittels der saisonal bedingten Veränderung der Lichtverhältnisse und deren Einfluss auf die Hormone und das Schlafverhalten erklärbar (LeGates et al., 2014). Das Licht ist ein grosser Einflussfaktor für das Sehen und Wahrnehmen der Umwelt. Bei der Betrachtung eines Gegenstandes reflektiert dieser Lichtstrahlen, welche von der Hornhaut gebündelt und weitergeleitet werden. Das einfallende Licht trifft in einem letzten Schritt auf die Netzhaut, welche unter anderem aus mehr als 100 Millionen Sehzellen besteht. Die Sehzellen wandeln das Licht in Nervenimpulse um, welche ins Gehirn weitergeleitet werden. Somit ist das Licht unter anderem ein wichtiger Faktor für die Regulation von Verhalten und physiologischen Funktionen des menschlichen Körpers.

Wenn die innere Uhr nicht richtig läuft

Innere Uhr

Abbildung: Grafik Nature Publishing Group

Es gibt die indirekte und direkte Art und Weise, wie das Licht die Stimmung beeinflusst. Der indirekte Weg verändert in einem ersten Schritt die circadiane Rhythmik. Die circadiane Rhythmik wird als innere Uhr bezeichnet und entsteht durch sich ändernde Umweltbedingungen. Der Schlaf-Wach-Rhythmus wie auch der Hormonhaushalt sind typische Beispiele dafür. Durch die Störung der circadianen Rhythmik ändert sich das Schlafverhalten und somit die Stimmung beziehungsweise kognitive Funktionen (LeGates et al., 2014). Ein gestörtes Schlafverhalten kann sich durch eine veränderte Schlafqualität wie auch Länge der unterschiedlichen Schlafphasen äussern. Beim direkten Weg verursacht die Lichteinstrahlung unabhängig vom Schlafverhalten eine Stimmungsveränderung.

Der hormonelle Einfluss auf den Tag-Nacht-Rhythmus

Schlafen

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Das Hormon Melatonin, welches durch die Steuerung im Gehirn im Darm und der Netzhaut produziert wird, ist ein weiterer entscheidender Faktor für die Entstehung einer Frühlingsmüdigkeit. Das Hormon reguliert den Tag-Nacht-Rhythmus. Tageslicht hemmt die Produktion von Melatonin, wobei es in der Dunkelheit, während der Nacht vermehrt ins Blut ausgestossen wird. Im Blut hat das Hormon eine schlaffördernde Wirkung. Aufgrund des positiven Einflusses der Dunkelheit auf die Ausschüttung von Melatonin ist tagsüber während den Wintermonaten eine höhere Konzentration davon im Blut nachweisbar. Die Müdigkeit und Schlappheit kann bis im Monat Mai anhalten.

Zusammenfassend findet sich die Erklärung für die Müdigkeit im Frühling in der Veränderung des Schlafverhaltens in Kombination mit dem Einfluss des Hormons Melatonin und dessen vermehrten Ausschüttung. Beide Faktoren basieren auf variierenden Lichtverhältnissen.

Quellen: LeGates, T. A., Fernandez, D. C. & Hattar, S. Light as a central modulator of circadian rhythms, sleep and affect. Nature Reviews (2014).
LeGates, T. A. et al. Aberrant light directly impairs mood and learning through melanopsin-expressing neurons. Nature 491, 594–598 (2012).

Bild ganz oben: pexels.com/Karolina Grabowska

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Blogbeitrag von Hannah Graf, Sportwissenschaftlerin und Verantwortliche im Bereich Rücken- und Liegeanalyse.
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